Schullandheim Villa Schnabel


Im Jahre 1964, oder war's doch 1963, waren wir mit der Jahrgangsstufe aus den zwei Klassen nach den Sommerferien ins Schullandheim der Herner Gymnasien und der Realschule nach Gummersbach gefahren. Es gab tatsächlich jeden Tag Schulunterricht, nur die Hausarbeiten hat man uns erlassen. Stattdessen längere Wandertouren, damit die Jungs richtig müde wurden und nicht auf dumme Gedanken kamen. Dabei waren die Klasenverbände zu unserer Zeit geschlechtlich homogen. Die Koedukation wurde erst in diesen Jahren in Herne für die Praxis entdeckt.
Die einzigen Abenteuer für die Jungs bestanden darin, sich "unbemerkt" aus dem Hause zu schleichen und im Ort unterhalb der Villa mal ein Bier zu trinken. Die erfahrener Pädagogen drückten wohl beide Augen zu, zumal es nicht zu Alkoholexzessen kam.



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Und heute ?


Viele von uns damaligen Schülern in der Villa Schnabel kommen bald in das gesegnete Alter, in dem nichts mehr selbstverständlich ist.
Und so gibt es sich, dass auch die Villa Schnabel sich veändert hat. In den 80ern des letzten Jahrhunderts hat der damalige Schullandheimverein der Herner Gymnasien und der Realschule die Zeiten erkennen müssen und sich vom Schullandheim gelöst, d.h. das Haus im Gummersbach wurde verkauft. Die neuen Besitzer haben es dann zu einem Pflegehaus umgebaut und später erheblich erweitert. Unter dem Namen "Villa Käthe" steht es den damaligen Schülern in Zukunft wieder zur Verfügung. Nur erheblich teurer und die Augen werden wohl auch nicht mehr wohlwollend zugedrückt, falls ein Bewohner sich in der Kneipe unterhalb der Villa vielleicht ein Bierchen gönnen will. Wobei anzumerken ist, dass auch die Kneipe wohl ihre Produktdauer  überschritten haben wird.